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4h-art Produzentengalerie

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ZERO WASTE

Ausstellung vom Sa./So., 20.09.–28.09.2025
Vernissage: 19.09.2025 | 18–22 Uhr
geöffnet
Sa. & So. 20./21.09 14–18 Uhr
Sa. & So. 27./28.09 14–18 Uhr

Programm

Fr. 19.9.2025 | 18–22 Uhr
Vernissage

Fr. 19.9.2025  | 18.30 Uhr
Performance: „BPA blue“ , Musik: Josefine Malakçi (Tanz)

19 Uhr „Menetekel“ Beatrice Nunold; Wolfgang Decker (Musik, (git, voc)
Beatrice Nunold liest aus ihrem neuen Lyrikbuch: „Unverhofft: Alles was sich nicht fügt und vom Überleben der Freundlichsten – und der Herrschaft der Unfreundlichkeit" – Essay über ein Versäumnis.

20 Uhr „Improvisationen“, Monika Herrmann (cello)

ZERO WASTE 

Eigentlich möchten wir ja ohne Müll auskommen und in einer weitgehend müllfreien Landschaft aus den Anfängen des letzten Jahrhunderts leben, ohne dabei unsere Lebensweise zu ändern.

Unser Hunger nach Rohstoffen

Doch Nostalgie ist hier fehl am Platz. Der menschliche Einfluss auf unsere Lebensgrundlage, die Erde, ist enorm, da unsere Lebensweise in der industrialisierten Welt weitgehend die Kontrolle über die eigenen Abfallprodukte verloren hat. Lösungsansätze werden nur halbherzig berücksichtigt und umgesetzt oder gar kriminell ausgehebelt. Der Hunger nach Rohstoffen ist derart gewaltig, dass ganze Berge verschwinden und immer riesigere Löcher Zurückbleiben und neue Berge aus Abfall entstehen. Doch diese Ressourcen sind endlich bzw. ihre Gewinnung wird schwieriger. Wir verschleudern diese Ressourcen in vielerlei Hinsicht durch unsere auf Konsum getrimmte Wegwerfgesellschaft.

Die Erde wird sich weiterdrehen

Was gestern technisch noch das Beste war, ist morgen schon eine technische Zumutung. Die enormen chemischen Variationen von Materialien für den täglichen Gebrauch stellen Recyclingkonzepte vor riesige Herausforderungen, doch Normierung geht nur schleppend voran. Die Akkumulation in der Umwelt, vom Hochgebirge bis in die Tiefsee geht exponentiell weiter. Die gesamte Hydro-, Bio-, Pedo- und Atmosphäre ist diesem menschlichen Erbe ausgesetzt. Der Kredit ist verzockt. Wir vernichten unsere Lebensgrundlage. Die Erde wird sich dennoch weiterdrehen.

Herausforderung an die Kunstschaffenden

ZERO WASTE ist eine Herausforderung an die Kunstschaffenden aller Genres sich mit der Notwendigkeit und den Möglichkeiten der Müllreduzierung, der Erhöhung der Lebenszeit von Gegenständen, der Müllvermeidung auf unterschiedlichsten Ebenen, des Recyclings, der Extraktion von Wertstoffen, der Müllentfernung aus der Natur, der langfristigen sicheren Deponierung auseinanderzusetzen und zum Nachdenken anzuregen. Es geht darum die Unachtsamkeit der Menschen, dieses «nach mir die Sintflut»-Denken, diesen Konsumzwang, die Folgen sowohl für Mensch und Tier als auch die Natur sichtbar zu machen und ggf. neue Wege des Umgangs aufzuzeigen.

Aus Müll wird Kunst

Bildende Kunstschaffende können Müll verwerten, wie z.B. Metallkünstler, hocheffektiv. Auch andere Materialien bieten sich dafür an, man muss nur einen kreativen Zugang dazu erlangen. Dies zeigen uns z.B. afrikanische Verwertungsgenies in allen Facetten auf. – Andere künstlerische Ausdrucksformen bieten sich an, zu dokumentieren und visuell und verbal anzuprangern.
(Dr. Dieter Rammlmair; 2025)

Die beteiligten Künstler und Künstlerinnen

Matthias J. Gierten

Multidisziplinärer Künstler, Bühnenbildner, Szenograf und Konzeptentwickler im Kommunikationsbereich.

Ein immer wiederkehrendes Merkmal in meiner gesamten Arbeit und gleichzeitig eine Mission ist die Erzeugung nachhaltiger Erlebnisse. Dabei geht es um Begegnungen, um Initiierung, um die Vermittlung von Lebensgefühlen, um Botschaften, inszenierte Umgebungen und positive Erinnerungen

www.gierten.com

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Norbert Hillwig

"GRANDIOSE AUSSICHTEN 2"
Das Dauer-Geflüster der Influencer und die Hochglanzbroschüren der Urlaubsindustrie sind die Welt des typischen Touristen. Der Blick durch SEINE ROSA
BRILLE ZEIGT IHM NUR DAS, WAS ER SEHEN WILL – luxuriöse Resorts, exklusive saubere Strände, unberührte Natur und saubere Meere. Die Realität, die diesem Bild selten entspricht und an deren Zerstörung und Vermüllung er durch sein meist wenig Ressourcen schonendes Verhalten kräftig mitarbeitet, blendet er aus.

Norbert Hillwig

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Beatrice Nunold

Der Draht der Figuren liegt ganz oder teilweise blank,
schimmert durch, ist korrodiert. Das Material wirkt brüchig. Es sind verletzbare, fragile, beschädigte, gefährdete Wesen.
Covid, Kriege, Klimakatastrophe, Artensterben, Plastifizierung der Erde, globale Abhängigkeiten und ein Eingebunden-sein in einen komplexen ökologischen Naturzusammenhang lassen uns leibhaftig erfahren, wie die durch uns verursachten Störungen auf uns zurückschlagen; und uns in vielfältiger Weise beschädigen und tödlich treffen können.
Kunst ist Arbeit am Deutungszusammenhang der Welt. Die gewohnte Perspektive verschiebt sich und eröffnet eine neue Sicht auf die Dinge. Zeit, Raum, Logik demaskieren sich als Konstruktionen.
Aber was bleibt von unseren Konstruktionen?
Verschwindet nach unserem Raubzug auf diesem Planeten und unserem ethischen Versagen mit dem Anthropozän jede Erinnerung? Bleibt allein die grandiose, proteushafte Natur als der Abgrund des Auf- und Untergangs des Seins und des Werdens?

www.nunold.net

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Dr. Dieter Rammlmair

Abfall, aus den Augen aus dem Sinn, auf dem schnellsten Weg weg, egal wohin. In den Müll, auf die Deponie, in die Landschaft oder gar in andere Länder. Mülltrennung und Recycling besonders für Kunststoffe ist nicht wirklich effektiv bedingt durch die Vielfalt der Produkte bzw. durch
Unterlaufen durch maffiöse Profitteure auf Kosten aller.
Gegen Reduzierung der Produktion setzt sich die Lobby der Erdölproduzenten 2025 durch. Alles aussichtslos? Es geht auch anders, das lebt Capannori in Italien vor.
Wiederverwertung statt Entsorgung (Eine Stadt ohne Müll).
Abfall generell, nicht nur Kunststoff, Papier und Metall sondern auch Bioreste als Wertstoff zu betrachten eröffnet Möglichkeiten Neues zu schaffen, um ihm einen
besonderen Wert zuzugestehen.

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Andreas Schröder

Die Werkreihe Candies besteht aus wiederverwerteten
Blechdeckeln von Lackdosen, in denen abgebröckelte Fragmente vielschichtig besprühter Wände eingelegt und mit einer Ausgleichsmasse umgossen und so fixiert sind.
Einige der Fragmente sind händisch bearbeitet: durchRitzen, Bohren und Abschaben werden partiell die darunterliegenden Schichten freigelegt. Die Objekte wirken wie schillernde Artefakte oder mineralogische Kuriositäten.
Die Arbeit geht der Faszination von Ablagerungen und Schichtungen nach, die naturgemäß sowie auch kulturell
beobachtbar ist. In dem Fall der Wandschichten entstehen diese durch subkulturelle Prozesse kreativer Selbstbehauptung.

www.schroeder-andreas.com

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Juliane Sommer

Dobbelface ist eine Werkreihe im Spannungsfeld zwischen
Funktion und Ästhetik, Wertlosigkeit und Wert, Abfall und
Kunst. Scheinbar wertlos gewordene Arbeiten und im
kreativen Prozess entstandene Reste werden durch Upcycling bewahrt, neu interpretiert und in ihrer Funktion
transformiert. Die Arbeiten werden in ihre Bestandteile
zerlegt und zu neuen Flächen zusammengefügt. Gewohnte
Sichtweisen werden hinterfragt und der ästhetische Wert
des Weggeworfenen neu definiert. Der künstlerische Pro¬
zess versteht sich als offener Dialog über Nachhaltigkeit,
Konsumverhalten und gestalterische Verantwortung. So
entstehen hybride Arbeiten zwischen Kunst und Design, die zum Perspektivwechsel einladen. Textile Fertigungs
techniken werden bewusst als gestalterisches Mittel
eingesetzt und in ihrer Unvollkommenheit einer 
eigenständigen Ästhetik zugeführt. Die Werkreihe ist zwei
seitig angelegt – analog zu einem textilen Doppelgewebe
– und spiegelt damit auch formal das zentrale Motiv der
Dualität wieder.

www.juliane-sommer.de

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