Produzentengalerie Rammlmair, Hindenburgstr. 7a, Hannover
4-Stunden-Ausstellung immer am 3. Sonntag im Monat von 14:00 - 18:00 Uhr
 28.01.2018
 

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Besucher

        
21 Künster zeigen ihre individuelle Sichtweise und bieten eine Antwort mal näher mal ferner zum mit Vorurteilen belasteten Hirschen.
Becker, Dietmar Bergmann, Roberta
Bertram-Belash, Svetlana Bobkin, Valery
Dettmann, Susanne Dohnalek-Droste, Andrea
Framberg, Karola Furch, Thekla
Gläsker, Horst Groh, Petra
Improda, Dennis Jahns, Astrid
Kratschmayr, Brigitte Lamazza, Francesco
Mai, Diep Myller, R.F.
Rammlmair, Dieter Rönnpag-Lohmeyer, Ute
Sporleder, Annika Titze, Robert
Velte, Thomas

Anlass des Ausstellung ist die von Prof. em. Dr. Helge Peters, Universität Oldenburg im Rahmen einer Diskussionsrunde zur BBK-Ausstellung „White cube – Black box“ anlässlich der Triennale des BBK „Zeitgleich – Zeitzeichen“ im Oktober 2014 in Hannover dargelegte, heftig diskutierten These zur derzeitigen Bedeutungslosigkeit des „Röhrenden Hirschen“ in deutschen Wohn- und Schlafzimmern.

Daraus resultierte die Frage ob das moderne deutsche Wohn- und / oder Schlafzimmer dem “Röhrenden Hirschen“ auch heute noch ein Rückzugsgebiet bietet oder ob er ganz und gar daraus verbannt ist? Gibt es ihn noch oder wird ihm nur noch versteckt in trauter Zweisamkeit gehuldigt? Welchen Wandel muss er erfahren, um seinen Stammplatz zurückzuerobern? Darf er sein wie er ist oder wie muss er sein – der Hirsch? Mehr Schein als Sein? Mehr Sein als Aufscheinen? Was vertritt er? Welche Assoziationen löst er beim Betrachter aus?

Ist es möglich dem „Röhrenden Hirschen“ sein Stigma zu nehmen und ihn damit wieder salonfähig zu machen. Sieht die/der Künstler/In, er/sie mitunter auch fremd im Lande den Hirschen, so er röhrt, nur in deutschen Gemächern heimisch oder hat er auch eine Daseinsberechtigung in anderen Ländern und Kulturen, der Hirsch selbst oder der ihn lokal vertretende „Platz-Deer“?

Ziel der Ausstellung ist es, das Bild des „Röhrenden Hirschen“ in seinem Umfeld aus interkultureller und Multi-Genre Sicht zu begreifen, nach Äquivalenten im Heute, den „Röhrenden Hirschen“ von Morgen zu suchen und zu einem Verständnis zu gelangen, welches Umfeld Affinitäten zu ihm und seinen Äquivalenten fördert.


Zum Hirschen

Der Hirsch - mächtig in seiner Männlichkeit - den Forst erschütternd mit seinem Geröhre, sein Revier markierend, verteidigend, der lässt sich nicht verdrängen. Da traut sich kein anderer Hirsch ran. Keiner?
Der Jäger lauscht, pirscht sich an, will ihn erlegen, will ihn platt machen und aufhängen als Trophäe - kaum, dass der letzte Schrei verhallt. Ja, zuviel Männlichkeit, das stört. Da muss der Jäger ran, sein Blei korrigierend ejakulieren/plazieren/versprühen. Dann passt es wieder. Der andere, der Zwölfender hängt dann im Wohnzimmer. Ausgeröhrt hat es sich! Hier röhrt nur noch einer mit seinem Jägerlatein.
Ja, neidisch kann Mann schon werden, wo Mann ja heute nicht mehr so röhren soll / darf wie ehedem. Männliches “understatement“ ist gefordert. Verschleiern des Makels „Männlichkeit“, Anpassung ans Neutrum oder etwa doch „bessere“ Hausfrau sein. Ja, passt schon. Kochen kann er - der Mann - und putzen, Windeln wechseln und anderes mehr. Nur mit dem Sozialen da klappt es mitunter nicht so recht. Nicht bei allen, doch bei einigen. Erschreckend, wenn er merkt, dass sein zum Jaulen verkommenes Geröhre keine mehr aus den Nischen lockt und Frau lieber den Revierneulingen lauscht und sich mitunter denen widmet.
Dies erfordert Seelenstärke. Nicht nur das Gehabe der eigenen Brut, der Junghirsche, wohlwollend zu tolerieren, sondern auch noch das Brunftgeschrei der Konkurrenz ohne wahrnehmbare Röhrhemmung hinzunehmen.
Dieses vorsorglich männliche Gehabe der Junghirsche nervt. Da produzieren sich schon die Vier- und Fünfjährigen als angehende Platzhirsche. Erster sein, Bester sein - anfangs noch lustig, dann reicht es aber auch. Doch die Junghirsche wollen sich messen, wollen Aufmerksamkeit, röhren was das Zeug hält, damit mindestens die Mama den fiependen Brunftschrei wahrnimmt. Der Papa macht klar, dass da nur einer röhrt im Familienverband - der Platzhirsch. Ja, Hierarchie ist das Dilemma, das bewegt, das macht ihn bockig - den Nachwuchs. Doch darum kümmert sich nicht der dazu gekommene Hirsch.
Hirsch ist Hirsch ist Bär ist Tiger ist Löwe ist Staatspräsident ist Pabst ist Che ist Marley ist Beatles ist Kahn ist Messi ist Jaguar ist Maserati ist Kampf ist Film ist Sonnenuntergang ist Berg ist Natur ist Kind ist Mann ist Frau ist Pokal ist Urlaubsfoto ist Gartenzwerg ist allgegenwärtig ist international ist da und dort. Hirsch ist Hirsch war Hirsch wird Hirsch bei mir bei Dir bei ihr bei ihm bei uns bei Euch bei Ihnen bei jenen und denen auch. Hirsch ist Hirsch und überall zu Hause in Europa in Asien in Afrika in Australien in Amerika im Pazifik im Indik und Atlantik auch im Norden nur nicht ganz im Süden - nicht in der Antarktis. Pinguine stehen nicht auf Hirsche.
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